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In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil der fünf- bis siebenjährigen AOK-versicherten Kinder, bei denen eine Entwicklungsstörung diagnostiziert wurde, von 27,5 Prozent auf 34,8 Prozent gestiegen, was einer Steigerung von 26,5 Prozent entspricht. Mehr als 82 Prozent der diagnostizierten Entwicklungsstörungen betreffen die Sprech- und Sprachentwicklung; motorische Entwicklung liegen mit gut 22 Prozent auf dem zweiten Platz. Das geht aus dem aktuellen Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Die Entwicklung bei den Heilmittelverordnungen, etwa von Logopädie und Ergotherapie, sei diesem Trend jedoch nicht gefolgt; jeder Diagnose folgte also nicht immer auch eine Heilmitteltherapie. Hier stieg der Wert nur von 15,6 Prozent (2008) auf 16,9 Prozent (2017) (Steigerung: + 8,2 Prozent). Dennoch sei ein Rückgang erkennbar, da zwischenzeitlich der Anteil der Verordnungen noch höher gewesen sei. Jungen erhielten damals wie heute häufiger eine entsprechende Diagnose als Mädchen; 2017 waren es 41,3 Prozent der Jungen und nur 27,9 Prozent der Mädchen. Das spiegelt sich auch in den Heilmittelverordnungen wider: 2017 wurden 17,8 Prozent der Jungen und 10,7 Prozent der fünf- bis siebenjährigen Mädchen mit einer diagnostizierten Entwicklungsstörung therapeutisch begleitet. Helmut Schröder, stellvertretender WidO-Geschäftsführer, sagt dazu: „Es ist unklar, ob die gestiegene Rate an dokumentierten Entwicklungsstörungen tatsächlich auf einen sich verschlechternden Entwicklungsstand der Kinder zurückzuführen ist. Denn gleichzeitig wandeln sich die Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder sowie das ärztliche Diagnoseverhalten und die Therapiemöglichkeiten.“    zg/mse

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