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In der entwicklungskritischen Phase werden neuronale Schaltkreise und rezeptive Felder, also ein Bereich von Sinnesrezeptoren, der an ein einziges nachgeschaltetes Neuron Informationen weiterleitet, durch die sensorische Umgebung geformt, berichtete Christoph Schreiner von der University of California auf dem Hearing4all Symposium „The Future of Hearing“, das am 08. Und 09. November 2018 in Oldenburg stattfand. Daraus ließe sich die Hypothese ableiten, dass der moderate Einsatz von Lärm während der kritischen Phase der Entwicklung die Fähigkeit, Sprache im Störgeräusch zu verstehen, verbessere. Um das zu überprüfen, wurden Rattenjungtiere während der kritischen Phase moderatem Lärm ausgesetzt. Bei den ausgewachsenen Tieren konnte dann festgestellt werden, dass diese Ratten Geräusche in Lärm besser erkennen konnten. Außerdem habe sich die kortikale Signalkodierung bei den Tieren, die dem Lärm ausgesetzt waren, verbessert, begleitet von spezifischen Verschiebungen bei den Eigenschaften des rezeptiven Feldes. Diese Ergebnisse unterstützen die These, dass Lärmerfahrungen während der Reifephase die kortikalen Aufnahmefähigkeiten verbessern können, die am besten für die Informationsgewinnung in lauter Umgebung geeignet sind, so Schreiner. zg/mse

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