Abbildungen: Geschäfts- und Koordinierungsstelle Notruf-App-System/Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Innenministerkonferenz der Bundeländer beauftragte 2019 das Land Nordrhein-Westfalen mit der Ausschreibung und Einführung der schon seit vielen Jahren geplanten barrierefreien Notruf-App. Jetzt befindet sich das Projekt auf der Zielgeraden. nora wird sie heißen. Wenn alles glatt läuft, soll die Freigabe der App nach einem abschließenden Test im Juli erfolgen.

Die Notruf-App soll insbesondere Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung einen gleichwertigen Zugang zum Notruf ermöglichen und die bisherigen Notrufmöglichkeiten ergänzen. Sie verwendet dabei die Funktionalitäten von handelsüblichen Smartphones. Wichtig: Nicht nur der herkömmliche Sprachnotruf (= 110 und 112), sondern auch das Notruffax und der kostenfreie Notruf über den TESSRelay-Dienst bleiben bestehen.

Die bundesweite Notruf-App wird den Notruf über das Internet an die örtlich zuständige Leitstelle senden. Deshalb ist eine Internetverbindung zum Zeitpunkt des Rufs – sei es über WLAN oder über Mobilfunk – notwendig. Zum Absetzen des Notrufs müssen maximal fünf Fragen beantwortet werden. Zu jeder Frage gibt es eine Auswahl von drei bis fünf möglichen Antworten. Mit den Antworten bekommt die Leitstelle ein ausreichendes Bild von der Notfallsituation und kann geeignete Hilfe alarmieren. Bei Bedarf können weitere Informationen oder Rückfragen über einen Chat erfolgen, der sich nach dem Notruf automatisch öffnet.

Neben der Notrufmeldung wird die Notruf-App unter anderem folgende Möglichkeiten beinhalten:

■ Ortung über das GPS des Endgeräts

■ Hinterlegung von persönlichen und medizinischen Daten

■ einen „stillen“ Notruf bei Beobachtung einer Gefahrensituation.

Mittels einer Demofunktion lässt sich ein Notruf außerdem üben.

Um die Notruf-App benutzen zu können, müssen sich Nutzerinnen und Nutzer einmalig registrieren. Dabei wird die bei der Registrierung angegebene Mobilfunknummer durch eine SMS geprüft.

Im Interesse einer guten Nutzbarkeit der neuen App wurde das Projekt vom Kompetenzzentrum für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen in Nordrhein-Westfalen begleitet. Seit April 2021 läuft ein zusätzlicher Test mit einer erweiterten Nutzergruppe. Dazu wurden geeignete Zielgruppen und Verbände angeschrieben. Auch der Deutsche Schwerhörigenbund, Kooperationspartner von „Spektrum Hören“ beteiligt sich an diesem Test. Die Veröffentlichung von nora in den App-Stores ist für Ende Juli 2021 geplant.      nb

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