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Inzwischen wurde in vielen Bundesländern zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus eine Mundschutzpflicht eingeführt. Der Mundschutz muss beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr oder in Gebäuden mit Publikumsverkehr, etwa Supermärkten, getragen werden. 

Hörbeeinträchtigte und lautsprachlich orientierte gehörlose Menschen sind jedoch zum (besseren) Verstehen auf das Mundbild, also die Sichtbarkeit der Lippen, angewiesen. Üblicher Mundschutz verdeckt allerdings Nase und Mund komplett. Auch wenn durch Mundabsehen laut Bund der Gehörlosen unter optimalen Bedingungen nur etwa 30 Prozent des Gesprochenen wahrnehmbar sind und 70 Prozent erraten werden müssen trägt dies erheblich zum Verständnis bei. Fällt das Mundbild weg, ist schlicht keine Verständigung möglich.

 

Durchsicht für mehr Verständnis

Eine praktische Lösung wäre durchsichtiger Mundschutz. Den gibt es tatsächlich, beispielsweise hier:

■ ClearMask: www.theclearmask.com/product

■ The Communicator Surgical Mask: https://safenclear.com – Informationen dazu auf Deutsch gibt es im Rehadat-Hilfsmittelverzeichnis unter: https://t1p.de/maske-klar

■ Highlight Media GmbH: www.highlight-media.com/index.php/de

 

Derzeit ist es allerdings schwierig, als Privatperson an durchsichtige oder auch reguläre Mundschutzmasken heranzukommen, da die Belieferung von Kliniken und Gesundheitseinrichtungen Vorrang hat.

Daher näht unter anderem die 21-jährige US-amerikanische Hörgeschädigtenpädagogikstudentin Ashley Lawrence zusammen mit ihrer Mutter Schutzmasken mit Sichtfenster. Verschiedene Tragevarianten sorgen dafür, dass auch Hörsystem- und Cochlea-Implantat-Träger die Masken bequem tragen können. Die Studentin gibt die Masken kostenfrei ab und sammelt dafür Spenden unter www.gofundme.com/f/reuasble-masks-for-the-deaf-and-hard-of-hearing?utm_source=customer&utm_medium=copy_link&utm_campaign=p_cf+share-flow-1. Anfragen können per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! geschickt werden.

In Deutschland macht vor allem die gehörlose 22-jährige Cindy Klink auf die Verstehproblematik durch reguläre Masken aufmerksam. Darüber berichtet sie unter anderem im Interview mit dem „Stern“: https://www.stern.de/politik/deutschland/maskenpflicht-in-der-coronakrise--gehoerlose-berichtet-von-aengsten--9233168.html. Bisher wurde Klink vor allem bekannt durch ihren YouTube-Kanal https://www.youtube.com/channel/UChf_AzPCMlEmJ8llaB9EZjQ/featured, auf dem sie Liedtexte in Gebärdensprache übersetzt. Außerdem hat die Verwaltungsfachangestellte über ihre Schwerhörigkeit das Buch „Hören wird überbewertet“ geschrieben. Weitere Informationen über Cindy Klink gibt es auf ihrer Internetseite https://www.cindyklink.com

 

Masken schlucken hohe Frequenzen

Reguläre Masken haben neben dem fehlenden Mundbild den zusätzlichen Nachteil, dass sie die für das Sprachverstehen besonders wichtigen hohen Frequenzen dämpfen – einfache Masken um etwa drei bis vier Dezibel, Masken mit Filter sogar um rund zwölf Dezibel. Das zeigte eine aktuelle Studie aus den USA: https://hearinghealthmatters.org/hearinginternational/2020/masking-rules-for-hearing-care-professionals/?utm_source=BenchmarkEmail&utm_campaign=HHTM_Weekly_Copy_186&utm_medi    AF

 

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