Foto: Universität Tübingen, Fotograf: Berthold Steinhilber

Eine internationale Studie belegte kürzlich den Zusammenhang zwischen dem Verhalten in der Schule, beruflichem Erfolg und späterem Einkommen, berichtete der Informationsdienst Wissenschaft. Demnach haben offenbar oft geschmähte schulische „Sekundärtugenden“ wie Fleiß oder Verantwortungsgefühl einen erheblichen Einfluss auf das spätere Leben, und zwar unabhängig von der Intelligenz der Schülerinnen und Schüler sowie von Bildung oder Einkommen ihrer Eltern. Das fand ein Wissenschaftlerteam heraus vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen, der University of Houston und der University of Illinois. Der Studie liegen Daten aus einer Langzeiterhebung von rund 350 000 amerikanischen Schülerinnen und Schülern der neunten bis zwölften Klassen zugrunde, die im Jahr 1960 nach ihren Einstellungen, ihrem Verhalten und ihren Lese- und Schreibfähigkeiten befragt wurden. Erhoben wurden zudem zahlreiche Persönlichkeitsmerkmale, kognitive Fähigkeiten, das Einkommen der Eltern und demografische Merkmale wie Geschlecht oder Ethnie. Elf Jahre später, 1971, wurden knapp 82 000 Personen zu ihren Bildungs- und Berufsbiografien (Bildungsabschluss, Jahreseinkommen etc.) befragt und nach 50 Jahren, 2010, erneut rund 2 000 Personen. Es zeigte sich, dass verantwortungsvolle Schülerinnen und Schüler, die Interesse an der Schule zeigten, ihre Schul- und Hausaufgaben erledigten und wenig Probleme mit Lesen und Schreiben hatten, sowohl nach elf als auch nach 50 Jahren noch einen höheren Bildungsabschluss und einen angeseheneren Job hatten. Außerdem war ihr Einkommen nach 50 Jahren höher als das Gleichaltriger, die kein großes Interesse für die Schule mitbrachten. Zwar sei der berufliche Erfolg durch solche Sekundärtugenden nicht zwangsläufig gegeben, aber es bestehe ein starker Zusammenhang, so die Forscher.    zg

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