Foto: AdobeStock/Alexander Raths

Diverse Erkrankungen können mit einer akuten einseitigen Schallempfindungsschwerhörigkeit einhergehen. Vor allem bei in Abständen wiederkehrenden Hörstürzen, schubweise fortschreitendem Hörverlust, fluktuierendem (schwankendem) Hörvermögen oder einem akuten kombinierten Hörverlust sollte auch an ein intralabyrinthäres Schwannom gedacht werden, informierte Professor Dr. Stefan Plontke, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Heilkunde in der Dezember-Ausgabe der „HNO-Nachrichten“. Zwar seien solche gutartigen Tumore insgesamt selten, aber wahrscheinlich häufiger Ursache von Hörstürzen als bislang angenommen. Dieses werde allerdings oft jahrelang nicht erkannt, weshalb zur Abklärung eines Hörsturzes auch bei vollständiger Erholung stets ein dafür geeignetes MRT erforderlich sei. Intralabyrinthäre Schwannome könnten zudem mit Gleichgewichtsstörungen und Schwindelsymptomen wie bei Morbus Menière einhergehen, ebenso mit Tinnitus oder einem Druckgefühl im Ohr. Zumeist wachsen solche Tumore sehr langsam, sie können aber dennoch zu fortschreitenden Funktionsverlusten führen und sehr groß werden. Eine Behandlung sollte daher erfolgen, solange der Patient jung und das Schwannom klein sei, und insbesondere, bevor es zu einem Wachstum in den inneren Gehörgang komme, riet Plontke. Bei frühzeitiger Diagnose bestehe die Möglichkeit, den Tumor durch eine partielle oder subtotale Entfernung der Cochlea zu eliminieren, die Cochlea partiell zu rekonstruieren, den Patienten mit einem Cochlea-Implantat zu versorgen und sogar die Gleichgewichtsfunktion teilweise zu erhalten. mse

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