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Bauch, Beckenboden oder Rücken – jede „Problemzone“ hat ihre eigene Gymnastik. Nun gibt es etwas für den Rachen: eine Schlundgymnastik, die dem nächtlichen Schnarchen entgegenwirken soll. Die Geräusche stören nicht nur den Bettgenossen, auch der Schlaf des Betroffenen selbst kann beeinträchtigt sein. Und nicht selten kommt es zu Atemaussetzern, die zu einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit führen können. Das Schnarchgeräusch entsteht durch Vibrationen der Weichteilstrukturen in den oberen Atemwegen, meist des Gaumens mitsamt dem anhängenden Zäpfchen. Auslöser ist die Abnahme der Muskelspannung im Mund-Rachenbereich während des Schlafens. Hierdurch erhöht sich die „Vibrationsbereitschaft“ der Weichteile, zum anderen verengt sich der Luftweg, was zu einer erhöhten Geschwindigkeit des Atemluftstromes und damit zum „Flattern“ der Weichteile führen kann. Wie das Deutsche Grüne Kreuz in einem Infoblatt berichtete, haben brasilianische Forscher Untersuchungen durchgeführt, bei denen sie Probanden „gymnastische“, teilweise der Logopädie entliehene Übungen aufführen ließen, um deren Wirksamkeit in einer Studie zu überprüfen. 39 Patienten im Alter zwischen 20 und 65 Jahren nahmen teil, die wegen ihres Schnarchens oder der Diagnose von Atemaussetzern in ein Schlaflabor überwiesen worden waren. Alle Probanden sollten für die Studiendauer von drei Monaten während der Nacht ein Nasenpflaster tragen, um die Nasenatmung zu ermöglichen. Die Probanden der Therapiegruppe wurden zudem angeleitet, dreimal täglich für etwa acht Minuten Übungen durchzuführen. Dazu zählte unter anderem, die Zungenspitze gegen den harten Gaumen zu pressen und zum Rücken hinzubewegen oder die Zunge am harten Gaumen festzusaugen. Die einzelnen Übungen sollten jeweils 20 Mal wiederholt werden. Zur Überprüfung der Auswirkung wurden die Anzahl und Intensität der Schnarchwahrnehmung durch den Schlafpartner ermittelt. Die Forscher hatten Erfolg: Unter den Übungen für den Mund-Rachenraum nahm die Schnarchfrequenz um 36 Prozent ab, die Intensität der Geräusche sogar um 59 Prozent, was auch durch die Wahrnehmung der Schlafpartner bestätigt wurde. Die Übungen seien somit ein vielversprechender Ansatz, um das Schnarchen zumindest spürbar zu reduzieren.   zg

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