Foto: Pixabay

Auch wenn die Stimme oft eine Nebenrolle spielt, wird von Kommunikationswissenschaftlern angenommen, dass sie 60 bis 80 Prozent der Informationen nonverbal vermittelt. Sie ist damit vermutlich das wichtigste Transportmittel für unsere Emotionen. Daher sind wahrscheinlich Emojis so beliebt in der schriftlichen Kommunikation, um als Stellvertreter der Stimme unsere Gefühle zu übermitteln.

Wussten Sie außerdem,

… dass vornehmlich die Anatomie die Stimmhöhe beeinflusst? Bestimmt wird sie durch die Länge der Stimmlippen, zweier von Muskeln durchzogener Gewebestrukturen im Kehlkopf. Da Männer in der Regel längere Stimmlippen haben als Frauen, sprechen sie auch tiefer.

… dass auch kulturelle Ideale Einfluss auf die Stimmhöhe haben? Rein physikalisch sollte die durchschnittliche Grundfrequenz bei Männern etwa 100 Hertz betragen, bei Frauen etwa 170 Hertz. Während dies bei Männern auch zutrifft, sprechen Frauen meist höher: Deutsche mit 200 Hertz, Britinnen mit 210 Hertz, Amerikanerinnen mit 214 Hertz, Italienerinnen mit 224 Hertz und Japanerinnen sogar mit 225 Hertz. Grund für die hohe Tonlage japanischer Frauen ist das kulturell geprägte Idealbild der kindlichen Stimme. In westlichen Ländern hat sich das stimmliche Ideal dagegen in den vergangenen Jahrzehnten nach unten verschoben. Am weitesten an die natürliche Frequenz angenähert haben sich die Niederländerinnen mit 191 Hertz.

… dass auch der Gesprächspartner und die emotionale Lage die Stimmhöhe beeinflussen? Verlässt beispielsweise ein Vater seine Familie, kommen die Söhne später in den Stimmbruch. Bei Mädchen beginnt die Pubertät hingegen früher.

… dass eine tiefe Stimme Vorteile hat? So erinnern sich Frauen an das Gesagte von Männern mit tiefen Stimmen eher als an das Gesagte von Männern mit hohen Stimmen. Sie bewerten zudem tiefe Stimme als attraktiver. Außerdem bevorzugen sowohl Frauen als auch Männer Führungskräfte mit einer tiefen Stimme – egal, ob es sich um weibliche oder um männliche Chefs handelt.

… dass Menschen die Körpergröße anderer Menschen allein an deren Stimme erkennen können? Herangezogen werden dabei verschiedene Parameter der Stimme, vor allem die Tonlage. Blinde und Sehende erzielen im Schnitt dieselben Trefferquoten. Alter und Geschlecht spielten keine Rolle. Je größer die Differenz der Körpergrößen, desto besser war das Ergebnis. Bisher ist nicht bekannt, ob diese Fähigkeit angeboren ist oder ob und wie sie erlernt wird.    AF

Impressum | Datenschutz | Kontakt | Abonnieren | Mediadaten
© 2018 spektrum-hoeren.de