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Jemand stellt sich vor und Sie verstehen den Namen nicht? Oder es ist kaum vorstellbar, dass Sie richtig verstanden haben? Diese Situation kennt vermutlich jeder. Mitunter liegt das Verständnisproblem aber nicht an der eigenen Hörfähigkeit, fehlender Aufmerksamkeit oder einem hohen Geräuschpegel, sondern am ungewöhnlichen Namen des Gegenübers. Wer würde bei diesen Namen nicht an seinem Gehör zweifeln und nachfragen? Poppy Honey („Mohn Honig“), Apple („Apfel“), Maple Sylvie („Ahorn Sylvie“), Blue Ivy („Blauer Efeu“), Moxie Crimefighter („Moxie Verbrechensbekämpfer“), Kal-El (der Name von Superman, bevor er auf die Erde gekommen ist), Saint („Heiliger“), Buddy Bear („Freund Bär“), Pilot Inspektor, Cricket (eine Sportart), Birdie („Vögelchen“ oder bestimmte Anzahl der Schläge beim Golf), Wyatt Isabelle, Titan Jewell oder Tennessee James – das alles sind Namen, die bekannte Persönlichkeiten ihren Kindern gegeben haben. Die Träger solcher Namen sind Nachfragen mit Sicherheit gewohnt – und fragen sich wahrscheinlich ihrerseits oft genug, warum ihre Eltern sie nicht einfach Emma oder Ben nennen konnten. Das sind die Namen, die 2017 am häufigsten für Neugeborene in Deutschland gewählt wurden. Trotz des Spitzenplatzes heißen dennoch nur je rund zwei Prozent der Mädchen und Jungen so.

Dem Namen Simone wurde für 2017 eine steigende Beliebtheit vorausgesagt. Der Grund: die beiden erfolgreichen Olympiateilnehmerinnen Simone Manuel und Simone Biles. Laut Namensbedeutung steht Simone nebenbei bemerkt für Frauen, die sehr gut zuhören. Tatsächlich schafft es der Name aber nicht einmal in die Top 500.

Eine Umfrage des britischen Elternforums „Mumsnet“ ergab übrigens, dass jede vierte Mutter (25 Prozent) die Namensgebung ihres Kindes bereut. Besonders unzufrieden sind Mütter, die ihren Kindern Namen gegeben haben, die mit der Zeit zu trendy geworden sind (etwa Charlotte oder James) oder von bekannten Filmfiguren stammen (wie „Elsa“ aus „Die Eiskönigin“). Auch Namen, die zu gewöhnlich sind und sich nicht von der Masse abheben, schwer auszusprechende Namen oder Namen, zu denen sich die Mutter überreden ließ, werden später häufig bereut. Nicht zum Kind passende Namen, den Müttern nicht gefallende Abkürzungen des Namens oder Namen, mit denen das Kind vielleicht nicht ernst genommen wird, werden ebenfalls angeführt. Übrigens haben ein Drittel der Mütter, die den Namen ihres Kindes bereuen, darüber nachgedacht, ihn ändern zu lassen. Davon haben allerdings nur sechs Prozent tatsächlich eine Namensänderung beantragt. Die deutschen Standesämter haben im Vorfeld schon einiges an kuriosen Namen verhindert. Im Jahr 2017 waren es etwa Lucifer, Pims, Borussia, Zecke, Schröder, Holunda, Vespa und Westend. mse/AF

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