Foto: Peutz

Wie verändert sich die Sprachverständlichkeit beim Tragen von Mund-Nasen-Schutz (MNS) in Alltagsräumen mit unterschiedlichen akustischen Eigenschaften? Diese Frage war Gegenstand einer Untersuchung, die in der Ausgabe 03/2020 des „Akustik Journal“, der Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA), veröffentlicht wurde. Gemessen wurde in fünf Räumen des alltäglichen Gebrauchs, die sich in Größe und Nachhallzeit unterscheiden: Zweipersonenbüro, Besprechungsraum, Empfang, Treppenhaus und Kirche. Unter den verwendeten Masken waren Einweg-, Baumwoll- und FFP2-Masken, zum Teil in Kombination mit zusätzlichen Maßnahmen wie Schutzvisier und durchsichtiger Trennscheibe. Für eine möglichst realitätsnahe Nachbildung der Alltagsbedingungen wurde ein Messlautsprecher in einen Kunstkopf eingebaut und mit den Masken versehen. Der Sprachübertragungsindex Speech Transmission Index (STI) und der Artikulationsverlust von Konsonanten ALcons dienten als Messgrößen für die Sprachverständlichkeit. Diese ist, wie die Messungen ergaben, bei FFP2-Masken stärker herabgesetzt als bei Einweg- oder Baumwollmasken. Visier und Scheibe blockieren den Direktschall zum Teil signifikant, in Kombination mit den Masken erschweren sie die sprachliche Kommunikation zusätzlich. Weiter verstärkt werden die Negativeffekte in Räumlichkeiten mit langer Nachhallzeit – hier könnte der Einsatz von Absorbern helfen oder von kleinen lokalen Induktionsanlagen.    zg

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