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Die 14. Kammer des Sozialgerichts Ulm hat zugunsten einer Hörsystemträgerin entschieden, die aufgrund ihrer Tätigkeit als Erzieherin in einer Kindertagesstätte eine Kostenerstattung für eine beidseitige Hörsystemversorgung in Höhe von rund 4.350 Euro verlangt hatte (Az.: S 4 R 2803/18). Dem Anpassungsbericht des Hörakustikers zufolge lag das Sprachverstehen im Freifeld (mit Lautsprechern) bei den von der Frau gewünschten Geräten bei 70 Prozent (ohne Störschall) beziehungsweise 32,5 Prozent (mit Störschall) und bei den aufzahlungsfreien Geräten bei 65 Prozent beziehungsweise 27,5 Prozent.

Wie aus dem Urteil hervorgeht, waren die Kostenträger der Auffassung, dass aufgrund der Messungen des Hörakustikers aufzahlungsfreie Hörgeräte genauso geeignet seien wie die Geräte mit Mehrkosten. Die Erzieherin benötige, so die Begründung der Kostenträger, keine speziellen Hörgeräte zur Ausübung ihres Berufs nach § 49 Absatz 8 Nr. 4a SGB IX wie zum Beispiel ein Konzertmusiker. Das Gericht entschied jedoch für die Erzieherin, weil die von ihr betreuten Kinder teilweise noch eingeschränkte Kommunikationsfähigkeiten haben und die Frau bei unterschiedlicher Geräuschkulisse innerhalb und auch außerhalb der Räume jederzeit in der Lage sein muss, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen. „Die Ausführungen der Klägerin, dass sich dabei gerade die Einstellung von 16 individuellen Kanälen bei dem beschafften Gerät als unerlässlich erwiesen hat, sind für die Kammer nachvollziehbar“, so das Gericht.    ML

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