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Über einen kuriosen Prozess berichteten die „Ruhr Nachrichten“: Ein Angestellter eines Möbelhauses wollte vor dem Dortmunder Sozialgericht seinen Tinnitus als Arbeitsunfall anerkennen lassen. Seine Begründung: An einem Tag im Jahr 2016 sei er mehrfach und laut über die Lautsprecheranlage des Möbelhauses ausgerufen worden. Dies habe den Tinnitus verursacht. Die Berufsgenossenschaft habe die Anerkennung dieses Ereignisses als Arbeitsunfall zunächst abgelehnt, da nach Einschätzung eines von ihr berufenen Hals-Nasen-Ohren(HNO)-Arztes von einem stressbedingten Hörsturz auszugehen sei. Das Sozialgericht habe gründlich nachgeprüft: Ob die Lautsprecheranlage am betreffenden Tag defekt war, was nicht der Fall gewesen sei, und ob es einen Anlass gebe, davon auszugehen, dass die Anlage vor Inbetriebnahme nicht geprüft worden sei, was ebenfalls nicht der Fall sei. Außerdem erfragte es vom Möbelverkäufer, in welchem Abstand sich dessen Kopf zum Lautsprecher befunden habe. Dieser betrug zwei bis 2,5 Meter. Das Sozialgericht kam daher zu dem Ergebnis, dass es auszuschließen sei, dass der bei dem Möbelverkäufer diagnostizierte Schaden des Hörapparates auf die Lautsprecherdurchsagen zurückzuführen sei. Dem Kläger stehen also keine Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu. zg

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