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Diverse Gesundheitsapps scheinen sensible Daten automatisch mit Facebook zu teilen – ohne, dass der Nutzer davon Kenntnis erlangt. Darüber berichtete „Die Zeit“ auf Grundlage von Rechercheergebnissen des „Wall Street Journals“. Unter den Apps, die Nutzerdaten ungefragt weitergeben, seien beispielsweise der Menstruations- und Eisprungkalender Flo Health oder der Herzfrequenzmesser HR Monitor. Die Weitergabe an Facebook passiere laut Medienbericht unabhängig davon, ob ein Nutzer sich mit seinem Facebook-Account in der App anmeldet und sogar dann, wenn der Nutzer kein Facebook-Konto besitzt. Auch gebe es keine Möglichkeit, die Weitergabe durch Änderung der Einstellungen zu unterbinden. Das sei ein klarer Verstoß gegen die DSVGO, erklärte ein Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten auf Anfrage; beim Bundesverband Internetmedizin sieht man die automatische Datenweitergabe dagegen gelassen. Man müsse sich erst einmal ansehen, ob die Daten personalisiert weitergegeben werden und selbst wenn, ob tatsächlich jemandem ein Schaden durch etwaigen Datenmissbrauch entstehe. Das soziale Netzwerk Facebook selbst hat die Rechercheergebnisse dem Bericht nach unterdessen nicht bestritten. Das Senden von Gesundheitsdaten verstoße aber gegen Facebook-eigene Richtlinien, sagte eine Konzernsprecherin. Facebook habe die App-Hersteller kontaktiert, um die Praxis der ungefragten Datenweitergabe zu unterbinden. Weitere Maßnahmen behalte man sich bei Nichtumsetzung vor. jh

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