Foto: AdobeStock/Iryna

Der Fall eines mittlerweile dreijährigen, nahezu gehörlosen Jungen schlug Ende 2017 große Wellen, weil seine Eltern, die selbst gehörlos beziehungswiese schwerhörig sind und gebärdensprachlich kommunizieren, eine nach einer ausführlichen Höruntersuchung empfohlene Cochlea-Implantat(CI)-Versorgung ablehnten. Darin sah die HNO-Klinik in Braunschweig eine Gefährdung des Kindeswohls und wandte sich deshalb an das Jugendamt Goslar, das wiederum anregte, ein Verfahren zum Kinderschutz anzustoßen. Ende Januar 2019 ist nun ein Beschluss gefallen: Das Familiengericht in Goslar hat entschieden, „keine familienrechtlichen Maßnahmen“ einzuleiten. Das bedeutet, dass das Kind nicht gegen den Willen der Eltern operiert wird. Laut einer Pressemitteilung des Gerichtes ist der Beschluss noch nicht rechtskräftig. In diesem heißt es, die Eltern hätten sich ausführlich mit der Option der CI-Operation auseinandergesetzt und seien infolgedessen zu dem Entschluss gekommen, die Operation abzulehnen und weiter auf Hörgeräte zu setzen. Zudem erlernt er als Muttersprache die Gebärdensprache. Weiter heißt es im Beschluss, dass die Entscheidung bezüglich einer Operation alleine den Eltern obliege. In dem Beschlussschreiben heißt es außerdem, dass Gehörlose auch ohne CIs zweifellos ein glückliches Leben führen könnten; den Eindruck vermittelten die Eltern auch vor Gericht und das Kind habe ebenfalls einen unbeschwerten und fröhlichen Eindruck gemacht, den die Erzieher in der Kinderkrippe auch bestätigten. Der Beschluss kann hier abgerufen werden.    mse

 

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