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Gehe es um mittelbaren Behinderungsausgleich, so haben gesetzlich Krankenversicherte nur in Ausnahmefällen einen Anspruch auf Leistungen ihres Versicherers. So meldete das Onlineportal VersicherungsJournal.de am 07.08.2018 die Entscheidung des Sozialgerichtes Stuttgart mit Urteil vom 24.01.2018 (S 9 R 3390/16). Geklagt hatte eine hörbeeinträchtigte Frau, die mit einem Hörsystem und einem Cochlea-Implantat (CI) versorgt ist. Der Krankenversicherer hatte die Kosten für die Anschaffung beider Geräte übernommen, wodurch die Klägerin wieder in der Lage gewesen sei, im unmittelbaren Nahgespräch zu hören. Allerdings sei das Hören und Verstehen in größeren Gruppen und Räumen schwierig geblieben, weshalb die Klägerin bei der Krankenkasse die Übernahme der Anschaffungskosten für eine drahtlose Signalübertragungsanlage beantragte, heißt es dort weiter. Die Krankenversicherung lehnte den Antrag mit der Begründung ab, dass die Versicherte mit den von ihr finanzierten Geräten ausreichend versorgt sei. Der Entscheidung habe das Stuttgarter Sozialgericht sich angeschlossen, heißt es auf dem Portal weiter. Das Grundbedürfnis des Hörens sei nach Ansicht des Gerichtes durch die Versorgung mit Hörgerät und CI im Rahmen des unmittelbaren Behinderungsausgleiches ausreichend erfüllt worden, so das Portal weiter. Ein Leistungsanspruch auf einen mittelbaren Behinderungsausgleich bestehe nur in Ausnahmefällen, etwa bei Kindern im Spracherwerb, so die Begründung des Gerichtes. Ein Anspruch auf „Gleichziehen“ mit gut Hörenden auch bei akustisch erschwerten Bedingungen bestehe laut Gericht nicht, heißt es auf der Onlineplattform außerdem. zg

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