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Zum Schutz von Leben und Gesundheit müssen bis zum 31.12.2018 alle Wohnungen in Deutschland mit Rauchwarnmeldern in Flur, Kinder- und Schlafzimmern ausgestattet werden. Das gilt in allen Bundesländern für Neu- und Umbauten; in den meisten Bundesländern inzwischen auch für Bestandsbauten (Thüringen bis Ende 2018, Berlin und Brandenburg bis Ende 2020). Einzig in Sachsen gibt es noch keine Regelung für Bestandsbauten. Für Gehörlose, Spätertaubte und an Taubheit grenzend schwerhörige Menschen ist es nicht möglich, den Ton normaler Rauchmelder wahrzunehmen. Für diese Betroffenen wurden spezielle Melder entwickelt. Diese werden beispielsweise an eine Lichtsignalanlage angeschlossen und wandeln den Warnton in Lichtsignale um. Diese Melder müssen die Kennzeichnung DIN EN 14604 aufweisen, damit keine Fälschung installiert wird. Das Bundessozialgericht hat am 18.06.2014 beschlossen, dass die Kosten für diese speziellen Rauchwarnmelder von Krankenkassen bei Betroffenen zu übernehmen sind. Der einfachste Weg ist eine Rezeptverordnung vom HNO-Arzt, die bei der jeweiligen Krankenkasse eingereicht wird. Ist der Bewilligungsbescheid beim Betroffenen eingegangen, geht er zu seinem Hörakustiker und dieser bestellt die Geräte. Übrigens ist jeder Vermieter verpflichtet, diese speziellen Rauchwarnmelder zu installieren, wenn es notwendig ist. Kommt es zu einem Brand und ein gehörloser oder an Taubheit grenzender Mensch hat diesen speziellen Rauchwarnmelder nicht zu Verfügung, trägt der Vermieter die entstandenen Kosten. Viele Betroffene denken, dass sie solche Rauchwarnmelder nicht benötigen, weil sie nicht allein in einer Wohnung oder in einem eigenen Haus leben. Es kann aber einmal eine Situation eintreten, in der sie allein sind und im Fall eines Brandes die normalen Tonsignale nicht hören können. zg

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