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Versicherte der Ersatzkassen (Techniker Krankenkasse (TK), BARMER, DAK-Gesundheit, Kaufmännische Krankenkasse (KKH), Handelskrankenkasse (hkk) und Hanseatische Krankenkasse (HEK)) können zukünftig wählen, ob sie die Hörgeräteversorgung von einem Hörakustiker oder im Rahmen eines „verkürzten Versorgungsweges“ von einem HNO-Arzt vornehmen lassen, teilte der Verband der Ersatzkassen (vdek) am 28.11.2018 in einer Pressemitteilung mit. Das regle ein Vertrag des vdek, der zum 01. Dezember 2018 in Kraft trat. Bislang war die Versorgung für die Versicherten dieser Kassen ausschließlich durch den Hörakustiker möglich. Durch den neuen „verkürzten Versorgungsweg“ werde die HNO-Praxis zur zentralen Anlaufstelle für die Patienten, wo sie alle Leistungen der Hörgeräteversorgung aus einer Hand bekommen könnten, informierte der vdek in seiner Pressemitteilung. Das klingt nach einer einfachen und praktischen Lösung, die beispielsweise weniger mobilen Menschen entgegenkommt. Es bleibt jedoch fraglich, ob ein Arzt, der für die Erkennung von Krankheiten ausgebildet ist, eine gleichwertige Beratung und Versorgung, vor allem auch Nachsorge, bieten kann wie ein Hörakustiker, der dies in einer mehrjährigen Ausbildung gelernt hat. Zumindest die Einstellung der gewählten Geräte erfolgt jedoch auch beim verkürzten Versorgungsweg durch einen Hörakustiker, beispielsweise über eine Online-Verbindung. Eine der größten Selbsthilfeorganisationen schwerhöriger Menschen in Deutschland, der Deutsche Schwerhörigenbund e. V. (DSB), lehnt den verkürzten Versorgungsweg ab. Die Versicherten können übrigens selbst entscheiden, welchen Versorgungsweg sie wählen. Aktuell nehmen rund 300 der etwa 4 500 HNO-Ärzte in Deutschland am verkürzten Versorgungsweg teil. zg/mse

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