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Rund um das Thema Tinnitus tut sich stetig etwas: So wurde jüngst vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Tinnitus-App Kalmeda dauerhaft in das Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA-Verzeichnis) aufgenommen. Der Anbieter, die mynoise GmbH, hat dafür innerhalb von zwölf Monaten mittels einer klinischen Studie den Nachweis erbracht, dass die App einen positiven Versorgungseffekt hat und die Tinnitusbelastung nachweislich reduziert, berichtet das Portal „pharma RELATIONS“. Damit kann die kognitive Therapie-App nun weiter vom Arzt verschrieben werden. Die mynoise GmbH bietet auf ihrer Internetseite zudem eine Suche, mit der gezielt auf Tinnitus spezialisierte HNO-Ärzte, Psychologen und Allgemeinmediziner gefunden werden können. Diese hat die Stiftung Gesundheit nun ebenfalls in ihre Suche www.arzt-auskunft.de integriert.

Forschende vom Karolinska Institut in Stockholm und von Decibel Therapeutics haben einen Weg gefunden, chronischen Tinnitus objektiv im Gehirn zu messen. Hierzu greifen sie auf die sogenannte Hirnstamm-Audiometrie (ABR) zurück. Dabei werden, ähnlich wie bei einer EEG-Messung zur Erfassung der Gehirnaktivität, Elektroden im Stirnbereich aufgeklebt. Im Anschluss wird die elektrische Aktivität in den Hirnstammregionen der Hörbahn gemessen, während die Probanden Töne wahrnehmen. Es zeigte sich, dass die ABR-Messergebnisse von chronisch Erkrankten sich stark von denen der gesunden Probanden unterscheiden und auch von denen, die nur zeitweise Ohrgeräusche hören. Im Verlauf der Zeit entwickelten zudem Personen mit gelegentlichem Tinnitus häufiger einen chronischen Tinnitus – deren Risiko war deutlich höher als das gesunder Probanden. Die Forschenden hoffen, mit diesen Erkenntnissen zur Vorbeugung und Therapie beitragen zu können.          AF

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