Foto: AdobeStock/Ingo Bartussek

Auf dem Tinnitussymposium des Tinnituszentrums der Charité und der Deutschen Tinnitus-Stiftung Charité in Berlin wurden im September 2018 die neuen europäischen Leitlinien für die Tinnitusbehandlung vorgestellt. Demnach weisen ausschließlich verhaltenstherapeutische Behandlungsmethoden eine hohe Wirksamkeit auf, akustische Verfahren wie Noiser oder Counseling dagegen gar keine. Noiser sind Rauschgeneratoren, die dazu führen sollen, dass der Tinnitus nicht mehr wahrgenommen wird. US-Forscher zeigten jedoch, dass solche Geräte eher schaden als nutzen. Eine Langzeitrauschtherapie führte sogar zu den gleichen anatomischen und physiologischen Veränderungen, die auch bei Tinnitus auftreten. Zudem beobachtet wurde eine Hyperaktivität der zentralen Hörbahn, die zu Hörwahrnehmungsstörungen führe, etwa bei der zeitlichen Verarbeitung der gehörten Töne, die für das Sprachverständnis und die Erkennung spezifischer räumlicher Signale bedeutsam seien. Alternativ hat das Start-up des Vorsitzenden des HNOnet-NRW, Dr. Uso Walter, die Tinnitus-App Kalmeda entwickelt, die weltweit erstmals eine komplett digitale Tinnitustherapie auf Basis einer kognitiven Verhaltenstherapie biete. HNOnet-NRW und die Krankenkasse BIG direkt gesund schlossen zum 01.01.2019 einen diesbezüglichen Vertrag. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte können nun nach Evaluation des Schweregrades des Tinnitus eine Therapie mit Kalmeda verordnen. zg/mse/jh

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