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Carsten Ruhe, Beratender Ingenieur für Akustik, erläutert Ihnen hier, wie Sie Ihr Zuhause für gutes Verstehen optimieren können.

Zu Zeiten der Coronapandemie ist es unerlässlich, wichtige Nachrichten nicht nur zu erfahren, sondern ihren Inhalt auch zu verstehen. Wenn Sie bisher vielleicht der Meinung waren, dass das alles trotz der Notwendigkeit von Hörgeräten zu Hause doch eigentlich ganz gut funktioniere, dann stellen Sie jetzt vielleicht fest, dass einiges an Ihnen vorbeigeht, was Sie gern besser verstanden hätten. Wie schön, wenn Sie dann eine guthörende Partnerin oder einen guthörenden Partner haben, die/der Ihnen das noch einmal übersetzt oder zumindest nacherzählt ,anstatt zu sagen „War nicht so wichtig!“. Was aber, wenn nicht?

 

Spätestens jetzt sollten Sie überlegen, ob Sie das Hören in den eigenen vier Wänden vielleicht nicht doch noch ein wenig verbessern können? Hier gibt es durchaus einige Möglichkeiten, die ich Ihnen zunächst stichwortartig aufliste:

■ 1. Überprüfung und Nachregulierung der eigenen Hörsysteme

■ 2. Verbesserungsmaßnahmen zur Raumakustik im Wohnzimmer

■ 3. Korrektur der Tonabstrahlung vom Radio/Fernseher

■ 4. Aktivierung der Telefonspulen (T-Spulen) in den Hörsystemen

■ 5. Anschaffung und Einbau einer Induktiven Höranlage im Wohnzimmer

 

Zu 1: Überprüfung und Nachregulierung der eigenen Hörsysteme

Wenn Sie zum Hörakustiker gehen, um Ihre Hörsysteme überprüfen und nachregulieren zu lassen, dann bitten Sie ihn am besten auch gleich, Ihnen die Telefonspulen (T-Spulen) in Ihren Hörsystemen zu aktivieren. Das ist in wenigen Sekunden erledigt (durch das Setzen eines Häkchens auf dem Computer während der Überprüfung) und ist eine kostenlose Leistung. Wenn dieser Haken gesetzt ist, dann können Sie auch den obigen Punkt 4 gleich mit abhaken. Einen Flyer zu diesem Thema („Die T-Spule: Das Hörprogramm für Kirchen und Theater“) finden Sie unter www.carsten-ruhe.de/downloads/bpb-flyer

 

Zu 2: Verbesserungsmaßnahmen zur Raumakustik im Wohnzimmer

Verbesserungsmaßnahmen zur Raumakustik im Wohnzimmer sind auf jeden Fall dann sinnvoll, wenn Sie bisher recht sparsam möblierte Räume, noch ohne Teppiche oder Vorhänge, bewohnen. Solche Teppiche und Vorhänge, aber auch Polstergarnituren mit Stoffbezug und offene Bücherregale, wirken wahre Wunder. Polstermöbel mit Leder- oder Kunstlederbezug wirken deutlich weniger. Weitere Informationen dazu siehe www.carsten-ruhe.de/downloads/raumakustik

Weiterhin bietet eine Vielzahl von Herstellern schallabsorbierende Wandpaneele mit grafischen Darstellungen an (vielfach mit dem Begriff „Akustikbilder“ beworben). Mit diesen kann man die sonst kahlen Wände ebenfalls zur Schallabsorption heranziehen. Die Bilder müssen dafür allerdings schon eine gewisse Größe aufweisen. Die mir bekannten Hersteller finden Sie unter www.carsten-ruhe.de/links/schallabsorber-elemente. Bastelanleitungen zum Selbstbau finden Sie bei den Informationen zur Raumakustik (siehe Link oben).

 

Zu 3: Korrektur der Tonabstrahlung vom Radio/Fernseher

Wenn Sie das Gefühl haben, „eigentlich noch ganz gut“ zu hören, und deshalb bisher keine Hörsysteme benutzen, dann hören Sie möglicherweise die für das Sprachverstehen wichtigen hohen Frequenzen (deutlich) zu leise. In diesem Fall können Sie an Ihren Radios und Fernsehgeräten die hohen Töne lauter machen und die tiefen Töne leiser. Hierzu müssen Sie bitte in der jeweiligen Bedienungsanleitung Ihrer eigenen Geräte nachschlagen oder Sie lassen sich von jemandem helfen, der sich damit auskennt. Wenn Sie mit weiteren guthörenden Personen zusammenwohnen, dann sind diese möglicherweise über diese Maßnahme „not amused“ und würden das gern wieder rückgängig machen. In solch einem Fall sollten Sie überlegen, ob für Sie selbst nicht doch Hörsysteme angesagt wären… Wenn Sie Hörsysteme ausprobieren, dann achten Sie bitte darauf, dass man Ihnen Geräte mit T-Spule verkauft und dass diese von vornherein mit aktiviert werden. Zahlreiche Hinweise dazu – sowohl für sich selbst, als auch für Ihren Hörakustiker – gibt es unter www.carsten-ruhe.de/downloads/induktive-hoeranlagen

 

Zu 4: Aktivierung der Telefonspulen (T-Spulen) in den Hörsystemen

Siehe oben bei 1.

 

Zu 5: Anschaffung und Einbau einer Induktiven Höranlage im Wohnzimmer

Jetzt bleibt noch, um das Leben und Verstehen wieder „richtig schön“ zu machen, der Einbau einer Induktiven Höranlage mit Anschluss an den Fernseher und das Radio. Hierfür gibt es fertige Bausätze für den Heimgebrauch, für deren Anschluss man nicht unbedingt ein Fachmann sein muss. Aber gewisse technische Grundkenntnisse sind schon hilfreich. Vielleicht hilft Ihnen dabei auch wieder diejenige Person, die Ihnen vorher schon beim Einstellen an Radio und Fernseher geholfen hat? Bezugsquellen für solche „kleinen“ Anlagen sind aufgeführt unter www.carsten-ruhe.de/links/hoeranlagen-und-zubehoer und auch unter www.carsten-ruhe.de/links/hoerhilfsmittel-hoerunterstuetzung

 

Die Coronapandemie ist möglicherweise der Auslöser, die hier beschriebenen Maßnahmen endlich einmal in Angriff zu nehmen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie später auf diese Annehmlichkeiten wieder verzichten sollten. Ganz sicher werden Sie merken, wie viel angenehmer sich das Leben für Sie und Ihre Mitmenschen gestaltet. Und niemand kann (und wird) von Ihnen verlangen, dass Sie diese Dinge wieder ausbauen sollen, wenn das tägliche Leben in seinen normalen Zustand zurückkehrt. Und wenn Sie festgestellt haben, welche großen Hilfen Sie hierdurch erfahren, dann dürfen Sie das auch Ihren Freundinnen und Freunden erzählen, sobald Sie die wieder treffen oder zu sich nach Hause einladen (und alles vorführen) dürfen. Die können Ihnen das dann gern auch nachmachen, denn schließlich gilt hier wie überall: Imitation ist die reinste Form der Anerkennung!

Carsten Ruhe
Beratender Ingenieur für Akustik

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